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Wolena: Natürlicher Schlafgenuss aus Schoppernau

Jan. 26, 2024
Noch während ihrer Studienzeit spezialisierte sich Andrea Hager auf das Thema Schlafraum. Mit 20 Jahren gründete sie ihre Firma Wolena. Heute bilden Bio-Baumwolle, Schafwolle und Hanffasern aus kontrolliert biologischem Anbau die Grundlage der maßgefertigten Betten von Wolena Schlafsysteme. Jedes Produkt wird individuell auf die Körpermaße des Kunden angepasst. FAIRPLACE sprach mit der Firmenchefin über ihre Erfolgsgeschichte.

Was war deine Inspiration, Wolena Schlafsysteme zu gründen, und wie spiegelt sich diese Inspiration in den Produkten wider?

Andrea Hager: Mein Ziel war es immer schon, selbständig zu werden. Ich wollte etwas herstellen, das den Menschen gut tut und darum war es äußerst wichtig, hier nur Naturmaterialien zu verwenden. Wir wollten auch dass es kein Massenprodukt ist, sondern für jeden maßgeschneidert. Gewicht und Größe verteilt sich auf jeden anders, darum gehen wir darauf ein und erstellen für jeden individuell unsere Schlafsysteme.

Wie wichtig ist Nachhaltigkeit und Regionalität bei der Herstellung deiner Schlafsysteme aus Naturmaterialien? Welche Auswirkungen hat dies auf die Philosophie und Produktqualität?

Nachhaltigkeit und Regionalität ist uns sehr wichtig. Wir haben beispielsweise nur alle sechs Monate einen Haushaltssack voll Plastik zu entsorgen. So ist das mit unseren Lieferanten vereinbart. Bei uns wird auch der Verschnitt vom Naturkautschuk geschreddert und daraus Stillkissen, Kissen, Bettschlangen etc. hergestellt. All unsere Produkte/Rohwaren werden in Österreich hergestellt – bis auf den Naturkautschuk, den bekommen wir aus Holland.

Wie setzt du deine Philosophie von maßgeschneidertem Schlaf in die Praxis um und welche Vorteile bieten diese Naturschlafsysteme?

Wir haben keine Lamellenroste und Matratzen auf Lager – erst nach Bestelleingang werden diese auf die Körpermaße des Schläfers hergestellt und ausgesucht. Dabei brauchen wir die Körpergröße, Gewicht, Schulter und Beckenbreite, sowie Schulter und Beckenhöhe. Auf diese Maße werden dann die Härten des Naturkautschuks ausgesucht, eingelegt und mit zB. „Mann Schulter“, „Frau Becken“… beschriftet. Der Vorteil dabei ist, dass wir auf jeden Körper individuell eingehen können, durch den dreigeteilten Lamellenrost können wir die Schulter anders stützen, sowie das Becken. Wir sind da auch im Nachhinein sehr flexibel, wenn etwa eine Schwangerschaft vorliegt und man in dieser Zeit einfach einen fünften Balken in das Beckenteil schiebt um zusätzliche Unterstützung zu bekommen. Der Schläfer merkt, dass es nicht ein Bett ist wie viele andere, sondern extra für ihn gefertigt ist.
"„Bei uns wird auch der Verschnitt vom Naturkautschuk geschreddert und daraus Stillkissen, Kissen, Bettschlangen etc. hergestellt.“"
Andrea Wolena, Geschäftsführerin Wolena

Welchen Einfluss hatten deine Reisen auf deine Geschäftsphilosophie und wie haben sie dazu beigetragen, Wolena zu dem Unternehmen zu machen, das es heute ist?

Ich war hauptsächlich in Asien unterwegs und da habe ich vor allem, gerade schon in jungem Alter Dankbarkeit und Demut gelernt. Gesehen, dass unsere Probleme in der westlichen Welt im Vergleich so klein und unsinnig sind und diese Leute mit so wenig meist viel glücklicher sind als wir. Ich habe das hier viel mehr zu schätzen gelernt: die saubere Luft, saubere Straßen…. das regt schon zum Nachdenken an. In Asien liegt sehr viel Müll auf der Straße und rund um die Häuser - da war uns Nachhaltigkeit nochmals doppelt so wichtig. Auch wollen wir nicht, dass unsere Produkte billig im Ausland produziert werden, oder gar von Übersee hierher verschifft werden.

Wolena-Hotels bieten Gästen einen Schlafkomfort, der besser ist als zu Hause. Wie gelingt es dir, diesen hohen Standard auch außerhalb deiner Betten zu gewährleisten?

Die Hotels bieten eine Standardversion von Wolena – damit es allen Gästen von den Körpermaßen her ziemlich gut passt. Für den Privatkunden werden die Schlafsysteme erst auf Bestellung gefertigt. In den Hotels werden oft Plastikmoltons/Spannleintücher verwendet, da es sich gut waschen lässt. Deswegen haben wir auch nur ausgewählte Hotels/Appartements, die auf dem gleichen Pfad unterwegs sind wie wir und unsere Naturmaterialien schätzen. Die einen freuen sich, dass man dadurch ein besseres Klima schafft und man keinen großen Pflegeaufwand hat, und die anderen wollen lieber alles so steril wie möglich und waschen können. Deswegen kommen wir nicht für alle Hotels infrage.

Kannst du uns von einem besonderen Projekt oder einer außergewöhnlichen Erfahrung erzählen, die deine Vision als Unternehmerin mit Wolena Schlafsysteme geprägt hat und deine Beziehung zu deinen Kunden reflektiert?

Mir war immer der Leitsatz wichtig „nach dem Dienen kommt das Verdienen“. Gerade am Anfang muss man vieles erst geben, damit man ein Vertrauen und einen Kundenstamm aufbaut. Erst dann kommen langsam die Gewinne. Unsere Zudecken, Kissen und Matratzenauflagen kann der Kunde vorab zu Hause eine Zeit lang testen, und erspüren welche Zudecke ihm mehr zusagt (Sommer, Ganzjahr, Winter). Vor allem Touristen schätzen, dass sie alles ein paar Tage noch im Urlaub in der Unterkunft testen können und nicht voreilig etwas kaufen müssen. Auch Lamellenrost und Matratze nehmen wir wieder zurück, sollte man keine passende Lösung gefunden haben.

Wie bist du auf FAIRPLACE gestoßen und was erwartest du dir von der Zusammenarbeit?

Mein Vater hat mich darauf aufmerksam gemacht. Ich würde mich freuen, wenn durch FAIRPLACE tolle neue Kontakte entstehen und finde das Engagement und die Vision super.

Welche Pläne für die Zukunft warten noch in der Schublade?

Wir haben das letzte halbe Jahr sieben neue Produkte ins Sortiment genommen. Ein größeres Projekt wird nächstes Jahr umgesetzt, indem wir auch Wolena-Sofas anbieten werden, die wie ein Bett ausgestattet sind. Dadurch ergibt sich eine große Liegefläche auf der viele Personen gemütlich liegen oder sitzen können – auch vis a vis.
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